„Wo soll ich die Datei speichern – in OneDrive oder SharePoint?” Diese Frage stellen Mitarbeitende nach der Einführung von Microsoft 365 regelmäßig. Beide Dienste speichern Dateien in der Microsoft-Cloud, beide sind über den Browser oder den Windows Explorer erreichbar. Trotzdem sind sie für grundlegend verschiedene Zwecke gedacht.
OneDrive: Der persönliche Arbeitsspeicher
OneDrive ist der persönliche Cloud-Speicher jedes Nutzers. Jeder Mitarbeitende mit einer Microsoft 365-Lizenz bekommt 1 TB OneDrive-Speicher, der ausschließlich ihm gehört.
Was OneDrive ist:
- Persönlicher Dateispeicher für Arbeitsdokumente, die noch in Bearbeitung sind
- Synchronisiert automatisch mit dem Windows-Desktop, Dokumente-Ordner und weiteren lokalen Ordnern
- Zugänglich von allen Geräten des Nutzers (Windows, macOS, iOS, Android)
- Sharelinks ermöglichen die Weitergabe einzelner Dateien an Kollegen oder externe Personen
Wann OneDrive richtig ist:
- Eigene Entwürfe, Notizen, Arbeitsdokumente in Bearbeitung
- Dateien, die nur Sie brauchen oder die noch nicht fertig sind
- Persönliche Arbeitsunterlagen, die nicht zum Teambestand gehören
Wichtig: Wenn ein Mitarbeitender das Unternehmen verlässt und sein Konto deaktiviert wird, werden seine OneDrive-Daten nach einer Übergangsfrist gelöscht. Dateien, die im Team benötigt werden, dürfen daher nicht dauerhaft nur in OneDrive liegen.
SharePoint: Die gemeinsame Teamablage
SharePoint ist die kollaborative Dokumentenplattform für Teams und Abteilungen. Jedes Microsoft Team in Teams basiert technisch auf einer SharePoint-Site – die „Dateien”-Registerkarte in Teams ist tatsächlich SharePoint im Hintergrund.
Was SharePoint ist:
- Gemeinsamer Dateispeicher für Teams, Projekte und Abteilungen
- Dokumente gehören dem Team, nicht dem einzelnen Nutzer
- Unterstützt komplexe Berechtigungsstrukturen (wer darf lesen, bearbeiten, verwalten?)
- Ermöglicht Wikis, Listen, Intranet-Seiten und strukturierte Inhaltsverwaltung
- Versionsverlauf, Genehmigungsworkflows und Metadaten möglich
Wann SharePoint richtig ist:
- Finale, freigegebene Dokumente, die das gesamte Team benötigt
- Vorlagen, Handbücher, Prozessdokumentation
- Projektdokumentation, die mehrere Personen gemeinsam bearbeiten
- Alles, was auch nach dem Ausscheiden eines Mitarbeitenden verfügbar bleiben muss
Das Zusammenspiel in der Praxis
In einer gut strukturierten Microsoft 365-Umgebung arbeiten OneDrive und SharePoint Hand in Hand:
- Sie beginnen ein Dokument in OneDrive – es ist Ihr Entwurf.
- Wenn es fertig ist und ins Team gehört, verschieben Sie es nach SharePoint (in die entsprechende Teamsite oder Projektmappe).
- Das Team arbeitet gemeinsam daran weiter – in SharePoint, synchronisiert über Teams.
Diese Arbeitsteilung verhindert Datenchaos: kein Suchen in 20 verschiedenen OneDrive-Ordnern verschiedener Kollegen, keine Unsicherheit, welche Version die aktuelle ist.
Migration und Einführung richtig angehen
Viele Unternehmen starten mit Microsoft 365 und nutzen standardmäßig alles in OneDrive – weil es einfacher eingerichtet ist. Das führt langfristig zu Problemen: Wissen geht verloren, wenn Mitarbeitende wechseln; Dateisuche wird zur Detektivarbeit.
Wer jetzt noch kein strukturiertes SharePoint-Konzept hat, sollte es nachholen. Eine durchdachte SharePoint-Architektur – mit Teamsites, Berechtigungsrollen und klaren Ablageregeln – spart langfristig erheblich Zeit.
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