„Die Cloud ist die Zukunft” – diesen Satz hört man seit Jahren. Und: „Eigene Server bieten mehr Kontrolle und sind langfristig günstiger.” Beide Aussagen sind nicht falsch. Sie sind auch nicht vollständig. Die Entscheidung zwischen On-Premise und Cloud hängt von Ihrem Unternehmen ab – nicht von Marketingbroschüren.
Was ein eigener Server wirklich kostet
Ein moderner Unternehmensserver kostet in der Anschaffung 3.000 bis 15.000 Euro, je nach Leistungsklasse. Hinzu kommen:
- Strom: Ein Server zieht 200–400 Watt kontinuierlich. Bei 0,30 €/kWh und 24/7-Betrieb sind das 500–1.000 Euro im Jahr.
- Wartung und Administration: Entweder Personalkosten für interne IT oder ein Dienstleistervertrag.
- Lizenzen: Windows Server, SQL Server, Backup-Software, Antivirenlösung – leicht 2.000–5.000 Euro jährlich.
- Ausfallrisiko: Kein Rechenzentrum, keine Redundanz. Hardware-Ausfälle treffen den Betrieb direkt.
- Lebensdauer: Nach fünf bis sieben Jahren ist Hardware veraltet und muss ersetzt werden.
Der Total Cost of Ownership (TCO) ist deutlich höher als der Kaufpreis suggeriert.
Was die Cloud wirklich kostet
Cloud-Dienste – ob Microsoft Azure, AWS oder ein Managed-Hosting-Anbieter – werden monatlich abgerechnet. Das klingt günstig, kann sich aber summieren:
- Ein virtueller Windows-Server (8 vCPUs, 32 GB RAM) bei Azure kostet etwa 300–600 Euro im Monat.
- Hinzu kommen Storage-Kosten, Backup, Netzwerkkosten, Lizenzen.
- Bei 20–30 Benutzern kommen schnell 800–1.500 Euro monatlich zusammen.
Über fünf Jahre gerechnet kann das teurer sein als eigene Hardware – besonders wenn die Anforderungen stabil und vorhersehbar sind.
Datenschutz und DSGVO: Ein unterschätzter Faktor
Viele Unternehmen unterschätzen das Datenschutzthema. Wenn Kundendaten, Lohnbuchhaltung oder vertrauliche Dokumente in der Cloud liegen, muss der Anbieter DSGVO-konform sein. Für US-amerikanische Anbieter wie AWS oder Azure ist das durch das EU-US Data Privacy Framework geregelt – aber nicht unumstritten.
Server, die in Deutschland stehen, unterliegen deutschem Recht. Das gibt vielen KMU – besonders im Gesundheitswesen, in der Rechtsbranche oder in der Fertigung – mehr Rechtssicherheit.
Hybridansatz: Oft die beste Lösung
Die Praxis zeigt: Die meisten KMU fahren am besten mit einem hybriden Modell. Lokale Server für rechenintensive, datensensible Anwendungen – kombiniert mit Cloud-Diensten für Kommunikation, Kollaboration und Backup.
Typisches Szenario:
- Lokal: ERP-System, Fileserver, Produktionsdaten
- Cloud: Microsoft 365 (E-Mail, Teams, SharePoint), Cloud-Backup, Remote-Access
VIOCOM nutzt Colocation statt eigenes Rechenzentrum
VIOCOM betreibt eigene Serverinfrastruktur, colocated im Dokom21-Rechenzentrum in Dortmund. Das kombiniert die Kontrolle eines eigenen Servers mit der Verfügbarkeit und Sicherheit eines professionellen Rechenzentrums – klimatisiert, redundant und physisch abgesichert. Dieses Modell empfehlen wir auch unseren Kunden als Alternative zur rein lokalen Infrastruktur.
Die Entscheidung für On-Premise, Cloud oder Hybrid ist keine einmalige – sie sollte alle drei bis vier Jahre neu bewertet werden.
VIOCOM analysiert Ihre bestehende Infrastruktur und zeigt konkrete Handlungsoptionen auf: Zu den Managed IT Services von VIOCOM
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